Veröffentlicht am

iPhonographie Fotografie

Gibt es den Begriff etwa schon, bestimmt. Egal, ich finde, der Begriff umschreibt schön, worum es geht – fotografieren mit dem iPhone.

Eigentlich suchte ich im Web nach einer iPad Stativhalterung. Damit glaubte ich, ein Großformatfotografiefeeling zurück zu gewinnen, das ich vor vielen, vielen Jahren mit einer Sinar F 9×12 mal genoss. Gefunden hab ich keins. Doch ich fand auf meinem Weg durchs Web interessante Beiträge zu Fotografie-Apps, die mir Hoffnung machen auf dem Weg zur Fotografie mit dem iPhone – der iPhonographie. Und ich meine nicht das Knipsen der Lieben bei unvermeidlichen Familienzusammenkünften, sondern das draussen in der weiten Welt und mit bewusstem Verzicht auf die schwere DSLR.

Wer sich dafür interessiert, mit dem iPhone ernsthafter zu fotografieren, wird recht bald die Qual der Wahl haben zwischen verschiedenen Apps, die uns eine nie gekannte Dimension in der Fotografie versprechen. Deshalb kann ich gleich hier zu Anfang nicht umhin, auf einen hilfreichen Hinweis von Andrea Juchem und den darin verlinkten Text von DWORNI zum Thema aufmerksam zu machen. Besonders DWORNIs Ausführungen machen Spaß und Mut – und brachten mich zu den darin empfohlenen Apps für mein iPhone. Und ich möchte gerne das Fotoprojekt von kwerfeldein.de [Sechster (und vorletzter) Bericht vom iPhone-Projekt] erwähnen, der mich, nach einem eigenen Projekt von vor fast zwei Jahren, wieder auf die Fotografie mit dem iPhone brachte.

Instants 24
Das Foto entstand vor fast einem Jahr am 23. April 2012 bei uns gleich um die Ecke auf einem Spaziergang. Fotografiert mit dem iPhone 4 und der App Hipstamatic. Die geeignete Filmwahl in der App erzeugt ein quadratisches Foto mit eben diesem Rahmen und Filmlook. © 2012 Adrian Wackernah (VG Bild-Kunst Nr.: 2219193)

Soweit die Einführung zu meinem neuen Projekt, das ich hiermit beginne. Dieser Artikel wird mit dem Fortschreiten des Projekts aktualisiert.

Gestern konnte ich die von DWORNI empfohlene Pro HDR App für das iPhone probieren. Die Bedienung ist einfach und wird von der App gut kommentiert: auf den Bildschirm tippen, die App misst dann den Belichtungsumfang, macht die erste Aufnahme auf den hellsten Punkt – dabei erscheint auf dem Bildschirm die Meldung, das Smartphone schön ruhig zu halten, was gar nicht so einfach ist, hält man das iPhone freihändig – und dann die zweite Aufnahme auf den dunkelsten Punkt. Sind beide Aufnahmen im Kasten, berechnet die App das daraus resultierende HDR Bild, was schon mehrere lange Sekunden dauern kann.

Aufnahme 1

Aufnahme 1

Aufnahme 1

Aufnahme 1: oben Belichtung hellster Punkt dann Belichtung dunkelster Punkt und unten das berechnete HDR Ergebnis.

Aufnahme 2

Aufnahme 2

Aufnahme 2

Aufnahme 2: oben Belichtung hellster Punkt dann Belichtung dunkelster Punkt und unten das berechnete HDR Ergebnis.

Fazit: Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Immerhin ist es mit einem iPhone fotografiert. Was mich ein wenig störte waren die teils langen Zeiten zwischen den Einzelaufnahmen. In Aufnahme 2 ist im Hintergrund ein sich drehendes Windrad zu sehen. Das Windrad hat drei Flügel, auf dem Bild sind aber sechs Flügel zu sehen. Die Aufnahme wurde vom Stativ fotografiert.

Andererseits sind damit ohne größere Probleme Freihandaufnahmen möglich, die im HDR Ergebnis sogar richtig knackig scharf sind: siehe Aufnahme 1. Es bleibt aber ein eingeschränkter Einsatzbereich, wie ich mit dem Zeitversatz in Aufnahme 2 gezeigt habe und insgesamt dauert es gefühlt fast eine Minute, bis Messungen, Belichtungen und die HDR Ausgabe gemacht sind und manuell gespeichert wurde. Ein Stativ ist gut, aber nicht zwingend notwendig.

Die Ergebnisse dürfen natürlich nicht mehr denen aus DSLRs und professionellen echten HDR Programmen verglichen werden, denn da erhalte ich schon deutlich bessere Ergebnisse und Bilder mit mindestens 16 Bit Farbtiefe. Für echte HDRs verwende ich also weiterhin meine Nikon D300 und Photomatix HDR. Mit Aufnahme 2 hatte ich übrigens auch versucht, ein kleines Panorama zu erstellen. Dazu habe ich insgesamt vier Aufnahmen mit leichter Überlappung von links nach rechts gemacht.

Doch ein Stitchen den Bilder zu einem Gesamtpanorama klappte weder in Adobe Photoshop noch in Autopano Pro. Entweder waren zeitlich zu große Abstände zwischen den einzelnen Aufnahmen oder ich hatte zu wenig Überlappungsbereich in den einzelnen Aufnahmen. Jedenfalls konnte ich im Wasser doch deutliche Kanten von ruhigen Wasser zu bewegtem Wasser sehen.

Lune - Arbeitskopie 2

Es geht also mit HDR am iPhone schon etwas, je nachdem welchen Anspruch man an die Qualität geltend macht. Das iPhone ist fast immer dabei und mit Pro HDR gelingen deutlich bessere und gut aufgepeppte Fotos in schwierigeren Lichtsituationen. Macht man sich vom Perfekten ein wenig los, sind die Aufnahmen ansprechend und wenn die Aussagekraft des Bildes in sich stimmt, ist die Technik sowieso nebensächlich. Eigentlich toll, wenn da nur die gemächliche Arbeitsweise der App dem Wesen des eben mal schnell mit dem Smartphone festhalten nicht entgegen stünde. Trotzdem bleibt die App in manchen Situationen ein gutes Werkzeug auf dem Weg zur iPhonographie.

Welche Erfahrungen hab ihr mit der iPhonographie gemacht? Nutzt ihr auch spezielle Apps oder reicht euch die Standard App zum Fotografieren? Oder macht ihr gar die Bildbearbeitung lieber am Computer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.