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Panoramafotografie – ein Videotutorial von und mit Patrick Ludolph

Patrick Ludolph – Einreihige Panoramen

Ich mach ja auch schon länger Panoramen, also Fotografien, die sich aus einigen oder vielen Einzelbildern zusammen setzen. Und ich glaubte alles zu wissen, was ich so brauche – aber glauben ist doch nicht ganz wissen, wie ich jetzt im umfangreichen Videotutorial von Patrick Ludolph erfahren konnte.

In den Videos, die zwischen 2 und 30 Minuten lang sind, entführt uns Patrick Ludolph zuerst an Locations in Hamburg, wo er uns seine Vorgehensweise erklärt und erläutert, was man beachten sollte. Zwei Kameraleute sorgen für einwandfreie Filmaufnahmen. Danach wechselt das Tutorial an den Rechner, wo die Bilder aufbereitet und gestitcht werden. Das ist alles flüssig vorgetragen und Langeweile kam bei mir nie auf.

Patrick Ludolph geht in den Tutorials systematisch an die Materie heran und beginnt mit einer kurzen Anmoderation, worin er beschreibt, worum es überhaupt geht. In Teil 2 geht es dann aber auch schon gleich los mit dem Erstellen eines einreihigen Panoramas vom Hamburger Hafen – ganz ohne Stativ und weitere Hilfsmittel außer eben einer Kamera. Anschließend zeigt er uns, wie sich die Einzelfotos zum Beispiel in PTGui zu einem nahtlosen Panorama stitchen lassen. Patrick Ludolph bleibt sachlich und erklärt in verständlichen Worten auch Anfängern, worauf geachtet werden muss. Dabei ist seine Stimme – ich mag mal sagen telegen –, womit ich meine, sie ist gut zu verstehen, er spricht mit klaren Worten und vor allem flüssig: professionell.

In den ersten Kapiteln geht Patrick Ludolph das Tutorial leicht an mit den Themen einreihiges, mehrreihiges Panorama, Kugelpanorama und ein Panorama mit dem iPhone ab dem 4s. Und er gibt einige Tipps zu seiner bevorzugten Stitchingsoftware PTGui.

Patrick Ludolph – Einreihige Panoramen. Im Video wird anschaulich das visualisiert, was gerade passiert.

Im zweiten Teil wird es dann schon anspruchsvoller. Das ist der Teil, an dem ich noch deutlich dazu lernen konnte. Er führt uns in die Erstellung virtueller Panoramen mithilfe von krpano ein, nimmt sich das Thema Little Planet vor und erklärt anschaulich die Machart von Brenizer Panoramen. Hier kommt auch die von mir favorisierte Software Autopano erstmals zum Einsatz. Ich habe in diesem Video eine Menge über Autopano gelernt, was mich vorher immer verzweifeln liess – auch wegen dessen teilweise gewöhnungsbedürftiger Oberfläche und Handhabung. Ich bin halt sonst Apple Software gewöhnt, allerdings konnte ich auch mit Adobe Produkten nach etwas längerer Übung Frieden schliessen.

Als ich später übrigens mit meinem Autopano Pro einige Übungen nachstellen wollte, merkte ich, als ich ein 32 Bit HDR mit Ebenen und Masken für eine Nachbearbeitung in Photoshop exportieren wollte, das ich dafür auf Autopano Giga upgraden müsste. Das werd ich wohl noch mal gründlich abwägen, ob ich mir nicht besser stattdessen PTGui Pro kaufe, denn das kann einiges schneller und manches einfacher, auch wenn die Oberfläche von PTGui altbacken ist.

Patrick Ludolph erklärt die wichtigsten und häufigsten Arbeitsschritte in PTGui anhand der Bilder, die im Kapitel behandelt und aufgenommen wurden.

Im Weiteren führt uns Patrick Ludolph in die Materie Kugelpanoramen ein, zeigt wie einfach sich mit krpano ein virtueller Rundgang erstellen lässt, der sich im Browser betrachten und bedienen lässt. Das ist ein faszinierendes Thema, bei dem ich gerne zuschaue. Doch meine Steckenpferde sind die Kugelpanoramen und virtuellen Touren nicht. Ich hab meine Werke lieber auf Papier oder Leinwand an der Wand.

Patrick Ludolph geht auch das Thema Innenraumaufnahmen an, zeigt überraschend eine Technik des schräg Fotografierens, auf die ich im Leben nicht gekommen wäre. Und PTGui kommt mit den schräg fotografierten Aufnahmen sogar ohne Probleme zurecht, wohingegen Autopano Pro hier kläglich scheiterte. Oder ich hab die richtigen Einstellen nicht gefunden. HDR ist nicht seine Welt, gibt Patrick Ludolph offen zu, mich dagegen spricht das Thema sehr an. Es folgen zum Schluss noch die Tutorials Planeten Gruppenbild, Luftplanet und Cliffhanger, wo man die Kamera abenteuerlich an einem Stativ aus dem Fenster bewegt und fotografiert.

Patrick Ludolph beim Cliffhanger Panorama, wo er wagemutig seine Nikon am Stativ aus dem Fenster hält.

Wie gesagt, das Tutorial ist so aufgebaut, das Jeder seine Lektion darin findet. Und da man die Videos auf seinem Computer speichert, kann man später jederzeit auf einzelne Lektionen zurück greifen. Insgesamt etwas mehr als 5 Stunden Filmmaterial bekommt man, aufgeteilt in 26 Tutorials. Eine lohnenswerte Anschaffung für Alle, denen die Panoramafotografie am Herzen liegt.

Mein Fazit

Ich habe die Videos genossen und so einiges an meinem Wissen aufgefrischt, manches dazu gelernt. Ich habe das Stitching mit PTGui besser verstanden und das mit dem Nodalpunkt ist mir jetzt klarer. Die 360° Fotografie ist zwar nicht so mein Ding, doch wenn das mal der Fall werden sollte, weiss ich, wo ich nachschauen kann. Die beiliegenden Dateien im Paket erlauben ein schnelles Nachbauen im bevorzugten Stitchingprogramm – am besten natürlich in PTGui. Dabei achtet auf die normale und die Pro Version von PTGui, denn Patrick Ludolph verwendete die Pro Version.

Patrick Ludolph will stolze 39 € für das Tutorial haben. Das klingt erstmal viel. Doch wenn man sich die Videos angesehen hat, ahnt man, wieviel Zeit allein die Aufbereitung und Vorbereitung in Anspruch genommen haben. Und auf die Zeit fürs Schneiden will ich gar nicht weiter eingehen. Immerhin 5 Stunden unterhaltsame Lehrfilme bekommt man dafür, viele Tipps und Tricks sind darin zu finden.

Im Shop von neunzehn72.de findet ihr weitere Infos und eine ausführliche Produktbeschreibung.

Das Tutorial wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag ist insofern eine Werbung für das Tutorial, weil ich vom Produkt überzeugt bin. Ich war in meiner Meinungsbildung und Bewertung völlig frei, Patrick Ludolph nahm keinen Einfluss darauf.

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